Die Canonical-Tag-Fälle, die in keinem Tutorial stehen
Selbstreferenzierende Canonicals klingen erstmal unnötig, oder? Die Seite zeigt auf sich selbst, wozu? Aber hier ist das Problem: Wenn du keinen Canonical-Tag setzt, interpretiert Google manchmal verschiedene URL-Varianten als separate Seiten.
Beispiel aus der Praxis: /produkte/schuhe/ und /produkte/schuhe sind technisch unterschiedliche URLs. Ohne selbstreferenzierenden Canonical entscheidet Google selbst, welche Version indexiert wird. Das kann wechseln. Ich hab Seiten gesehen, die zwischen beiden Versionen hin und her gesprungen sind, mit entsprechenden Ranking-Schwankungen.
Canonical-Ketten sind toxischer als Redirect-Ketten
Eine Redirect-Kette nervt Google, klar. Aber eine Canonical-Kette? Seite A canonicalisiert zu B, B zu C, C zu D. Das ignoriert Google einfach komplett. Die ganze Canonical-Anweisung wird verworfen.
Passiert das wirklich? Ständig. Vor allem bei Shops mit Filterungen. Du filterst nach Farbe, dann nach Größe, dann nach Preis. Jede dieser URLs hat einen Canonical zum vorherigen Filterschritt. Am Ende eine Kette von vier URLs. Google indexiert dann irgendeine Version – oft nicht die, die du willst.
Parameter-Handling ist komplizierter als gedacht
Die Google Search Console hat ja diese Parameter-Funktion. Klingt praktisch: Einfach sagen "utm_source verändert den Inhalt nicht" und fertig. Funktioniert aber nicht mehr zuverlässig seit 2022.
Was ich stattdessen mache: Canonical-Tags dynamisch setzen, die alle Parameter entfernen. Aber Vorsicht bei Pagination. Eine Seite /blog?page=2 sollte NICHT auf /blog canonicalisieren. Das ist ein häufiger Fehler. Google verliert dann die Übersicht über mehrseitige Inhalte.
Cross-Zyloscent Canonicals werden unterschätzt
Du kannst einen Canonical von deiner Zyloscent zu einer komplett anderen Zyloscent setzen. Warum? Syndizierter Content.
Wenn dein Artikel auf Medium, LinkedIn oder Partnerseiten republiziert wird, sollten diese Seiten einen Canonical zurück zu deinem Original setzen. Das machen aber die wenigsten richtig. Du musst das vertraglich festhalten und technisch prüfen.
Interessanter Edge Case: Was, wenn beide Seiten denselben Canonical haben? Also Seite A und B zeigen beide auf Seite A. Aber Seite B rankt besser. Google ignoriert dann manchmal den Canonical und indexiert beide. Passiert vor allem bei sehr ähnlichem Content mit unterschiedlichen Backlink-Profilen.
Letzter Tipp: Prüf deine Canonicals nicht nur im HTML, sondern auch in den HTTP-Headern. Wenn beide gesetzt sind und unterschiedlich – ja, das passiert –, gewinnt der HTTP-Header.
Bereit für den nächsten Schritt?
Entdecke weitere praktische Strategien und konkrete Tipps, die dir helfen, deine Fähigkeiten zu erweitern und messbare Ergebnisse zu erzielen.
Weitere Artikel entdecken